The Belles: Schönheit regiert

Dhonielle Clayton,The Belles: Schönheit regiert, Planet 2019.

In einer Welt wo Schönheit regiert, aber wo alle Menschen von Natur aus grau, fahl und hässlich sind, werden Belles gefeiert. Belles, das sind junge Mädchen, die nicht nur bildhübsch sind, sondern v.a. von der Göttin der Schönheit die Gabe erhalten haben, das Aussehen der Menschen durch einfaches Handauflegen zu verändern. Camelia ist eine dieser Belles. Während Ihrer ganzen Kindheit ist sie dazu ausgebildet worden, die reichen „Gris“ (Grauen) von Orléans zu verändern und sie je, nach Trend und Belieben, blond und blauäugig, tiefschwarz mit Afrohaar, kurvenreich oder zart zu machen. Ihr größter Wunsch ist es, die offizielle Belle des Königshauses zu werden. Doch als sie ihren Traum erfüllt, entpuppt Prinzessin Sophia sich als Queen-of-Hearts-artige Psychotyrannin und ehe sie sich’s versieht, ist Camelia in ein Spiel um Leben und Tod verwickelt… 

Die afroamerikanische Autorin Dhonielle Clayton schafft eine Welt, die gleichzeitig utopisch und dystopisch ist: Im Königreich von Orléans wird die Krone von Mutter zu Tochter übergeben, gleichgeschlechtliche Paare sind selbstverständlich (sogar die Königin hat eine Liebhaberin) und die Schönheitsnorm ist nicht exklusiv weiß und dünn, sondern ändert je nach Saison. Orléans könnte sogar als post-racial Welt gedeutet werden (weil die reichen Gris, sich je nach Belieben, Schwarz, weiß, mixed oder whatever ‚gestalten’ lassen und ihr Aussehen regelmäßig verändern, aber v.a. weil in Orléans „race“ keine Rolle spielt). Doch Orléans ist halt auch eine Schönheitsdiktatur (Akzent auf „Diktatur“) und kommt mit seinen vielen Schattenseiten. Dass Camelia erst entdeckt, dass sie als Waffe für diese Diktatur genutzt werden kann, als es (fast) zu spät ist, ist eigentlich eine Prämisse für einen spannenden Fantasyroman. Nur hat Clayton entschlossen den Fokus auf die aufflammende Liebesgeschichte und die ausgefeilten Beschreibungen von Kleidern, Frisuren und Juwelen zu legen, was mich persönlich (die es nicht mal schafft meine Nägel ordentlich zu schneiden) echt viel weniger interessiert als was es mit den fehlgebildeten Belles an sich hat, die in einem der königlichen Teehäuser versklavt werden. Aber hey, das Buch strotzt nur so von Modekreativität (ich sage nur: singende Morgenmantel und Cocktailkleider aus lebendigen Schmetterlingen und Bienen) und ist spannend genug, dass ich auch gleich das Zweite gelesen habe! (beide auf Englisch, dh über die Übersetzung kann ich leider nichts sagen) Und da Camelia Schwarz ist, muss das Buch hier trotz meiner Vorbehalte vorgestellt werden;)

Für Fans der Umstyle-Szenen in Hunger Games und (future) Mode-, Frisur- und Maskenkünstler:innen ab 14 Jahren

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