Kaugummi und Verflixungen

Andrea Karimé, Anne-Kathrin Behl, Kaugummi und Verflixungen, Picus, 2010

Der Junge begegnet Huma an einem schlechten Tag… Eigentlich hat er schon ewig nur schlechte Tage. Seine Mutter liegt seit Wochen im Bett, sein Vater ist weg, sein Kopf ist ein Sieb und, obwohl er noch ein Kind ist, wachsen darauf nur graue Haare. Und dann ist da noch die Sache mit seinem Namen – da er von jedem nur „der Graue“ genannt wird, hat er seinen echten Namen glatt vergessen! Das sind schon echt viele Verflixungen für ein Kind. „Verflixungen“ das ist ein Wort das er von Huma lernt. Genau wie „Schukrrrrem“ und „Ja Salami“ (die richtig ausgesprochen „Schukren“ und „Ya salaam“ heißen). Huma, die keine Angst vor dem bösen Hund im Parterre hat, weil sie schon mit einem Löwen zu tun hatte (und bevor wir jetzt alle Alarm schlagen: den Löwen hat sie nicht im fernen Afrika getroffen, sondern auf dem Behandlungstisch ihres Tierarzt-Vaters!). Huma, die das Geheimrezept zu Schokokaugummis kennt und die seit dem Tod ihrer Mutter stets von lustigen grünen Vögeln begleitet wird, die nur sie sieht. Als Huma draufkommt, dass der Graue die Vögel auch sehen kann, ist den beiden klar, dass sie Freunde sind. Und deshalb setzt Huma auch alles daran, dass der Graue seinen Namen wiederfindet – und mit ihm, ein Leben in Farbe. 

Ein Buch für Kinder ab 8, die wissen, dass gute Freund*innen und Schokokaugummis das beste Mittel gegen verdammt schwere Verflixungen im Leben sind.

Das Buch der Deutsch-Libanesin Andrea Karimé ist zwar aus der Perspektive des „Grauen“ geschrieben, aber da Huma eine so wichtige Rolle spielt, gehört es definitiv in diese Schwarze-Hauptfiguren-Selektion rein! Zwar bin ich kurz über die Tatsache gestolpert, dass von „Afrika, Amerika und China“ gesprochen wird, so als sei Afrika ein Land (seufz…), aber das ist auch das Einzige das mir an dieser leicht schrägen und sehr menschlichen Geschichte nicht so sehr gefallen hat. Die wunderschönen Bilder der weißen Illustratorin Anne-Kathrin Behl unterstreichen die Poesie der Geschichte und machen sowohl die Lebensverflixungen des „Grauen“ als auch Humas ansteckende Lebensfreude noch greifbarer. 

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